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Heiko Rapp – Contact

Der Towarthandschuh Tester sprach mit dem Gründer, Eigentümer und Chef der Torwarthandschuh Marke Contact Sport.

Heiko Rapp - Contact Sport

Hallo Heiko, das Team hinter „Contact Sport“ stellt Ihr im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern noch handwerklich hergestellte Handschuhe her. Dies ist in unserer heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich, da fernöstliche Produktionsländer durch Massenware die Preise drücken. Aber gerade aus diesem Grund freut es uns mit dir über das Thema Torwarthandschuhe zu sprechen.

Zuerst würden wir gern wissen, wer oder was hinter dem Namen „Contact Sport“ steht?

Bei der Namensfindung habe ich lange rumüberlegt, was ist der beste Namen für meine Torwarthandschuhe. Von Anfang an war eigentlich klar, dass ich zu meinen Torwarten Kontakt pflege und dass ich mich mit ihnen austausche. Ich muss wissen: Was muss verbessert werden? Was ist gut? Ist noch etwas anders zu machen? Das heißt immer wieder den Kontakt zu den Kunden suchen. Da ich vor meiner Selbständigkeit viel mit dem Ausland zu tun hatte, hat es sich ergeben, dass ich das englische Contact gewählt habe. Es hat vielleicht auch etwas damit zu tun, dass der Handschuh den Kontakt zum Ball suchen muss und finden sollte, wenn der Torwart alles richtig macht.

Contact steht für mich und meine Aufgabe. Ich interessiere mich wirklich für die Torwarte. Ich möchte alles dafür tun, dass sie ihren Job gut erledigen können. Dazu ist meine Aufgabe ihnen das richtige Werkzeug dazu zu geben. Mir reicht es eigentlich, wenn ich am Ende des Tages nicht arm dabei werde. Wichtig ist mir, dass die Kunden mit meinen Handschuhen zufrieden sind. Und wenn ein Torwart meine Handschuhe wieder bestellt oder mir ein gutes Feedback gibt, freut mich das immer. Gerade erst hat mir ein Torwart geschrieben, der einen Handschuh von mir gekauft hat. Er ist Mitte dreizig und hat schon alles mögliche durchprobiert. Er hat es noch nie erlebt, dass er einen Handschuh eine ganze Saison durchgespielt hat. Er hat mir ein Bild dazu mitgeschickt, dass ich auf auf Facebook gepostet habe. Bei so einem Kunden werde ich sicher nicht reich werden: Ein Paar pro Jahr. Er war aber so etwas von beeindruckt und zufrieden und das freut mich einfach.

Was macht „Contact Sport“ so besonders? Was hebt euch von anderen Herstellern ab?

Das ist schwer zu beantworten. Wenn man das Handwerk von der Pike auf kann, dann weiß man, was man macht. Man hat Verständnis für die ganzen einzelnen Abläufe der Schaffensprozesse und weiß auch, wie es sich auswirkt, wenn man etwas falsch oder anders macht. Man ist vom Anfang bis zum Ende dabei, bis das Produkt tatsächlich fertig ist. Das macht einen dann ja auch stolz, wenn man da etwas Tolles gemacht hat.

Der große Unterschied zur industriellen Fertigung ist, dass die Arbeiter in den Fabriken Akkord-bezahlt werden. Da geht es um Schnelligkeit und nicht darum, dass die Herstellung in Ordnung ist. Die Industriearbeiter wissen oft nicht, wie das fertige Produkt aussieht.

Bei uns ist das anders. Von daher haben wir auf unsere Produkte einen gewissen Stolz.

Stealth NC - Contact Sport

In unserem Telefonat spracht Ihr vermehrt vom Handwerk des Handschuhmacher, welches für euch an erster Stelle steht. Könnt Ihr uns sagen was die Herstellung beim Handschuhmacher so besonders macht?

Das sind die Menschen, die auf ihre Arbeit stolz sein wollen und die sich immer wieder freuen, wenn sie Bilder von Torhütern mit ihren Handschuhen sehen.

Wie läuft die Herstellung bei euch ab?

Die Herstellung ist bei uns fast ausschließlich Handarbeit. Aber viele Arbeitsschritte wurden optimiert und mechanisiert. Die Einzelteile werden heute ausgestanzt. Früher wurden die einzeln von Hand mit Handschuhmacher-Scheren ausgeschnitten. Die großen Handschuhmacherscheren gibt es heute nicht mehr. Dafür muss für jedes Teil ein Stanzwerkzeug gemacht werden. Das Stanzwerkzeug muss stabil sein. Das macht heute ein Werkzeugmacher.

Die Stanzwerkzeuge müssen sehr, sehr genau sein, sonst stimmt hinterher der Handschuh in sich nicht. Das kennst du vielleicht von Billig-Handschuhen. Deshalb wird bei uns riesengroßer Wert darauf gelegt, dass die Werkzeuge exakt und ganz genau sind.

Bei der Herstellung werden zunächst die Materialien vorbereitet. Dabei werden Sie darauf hin kontrolliert, ob sie wirklich fehlerfrei sind. Dann werden die Latexteile gestanzt. Das passiert bei uns von Hand. Nach dem Stanzen werden die Teile vom Meister geprüft. Die ausgestanzten Teile werden dann bedruckt. Bedruckt wird in der Regel mit einem Siebdruckverfahren. Nach dem Bedrucken müssen die Latexteile mindestens 24 Stunden trocknen.

Nach dem Trocknen kommt das Hoch-Tief-prägen. Dazu werden Werkzeuge aus Aluminium benötigt. Diese Schritte werden auch vom Meister geprüft. Der Handschuhmacher stellt alle Teile zusammen, die für einen Handschuh benötigt werden. Diese gehen dann zur Näherei und dort werden die Teile dann genäht, bis auf der Verschluss. Der bleibt da noch offen. Der Handschuh ist dann auf links, das heißt, die Innenhand ist noch außen. In dem Zustand prüft der Meister den Handschuh mit allen Nähten, ob Fäden abstehen, ob etwas dreckig ist. Das ist die letzte Möglichkeit den Handschuh von innen zu prüfen. Er reinigt die Innenhand und dreht den Handschuh dann auf rechts. Das ist sehr anstrengend und erfordert viel Übung, weil der Latex ja ein Haftschaum ist, der nicht nur den Ball, sondern auch den Handschuh maximal bremst.

In der industriellen Massenproduktion wird dafür der Handschuh auf der noch innenliegenden Außenseite mit Seifenlauge gefüllt. Dann geht das Umdrehen einfacher. Deshalb muss aus den Industriehandschuhen zunächst die Seifenlauge ausgewaschen werden. Die Handschuhe wären sonst zu schmierig und rutschig. Waschen von neuen Handschuhen schadet aber überhaut nicht. Damit geht der Belag auf und die Poren öffnen sich wieder. Das führt zu einem besseren Grip. Deshalb neue Handschuhe immer erst waschen.

Für das Umstülpen des Handschuhs gab es früher Spezial-Zangen. Da das Handschuhmacher-Handwerk ausstirbt, gibt es diese Zangen leider nicht mehr zu kaufen. Wir verwenden heute wieder eine ganz alte Methode mit einem Holzfinger.

Nach dem Rechtsdrehen des Handschuhs gibt es eine Prüfung des Handschuhs von außen. Ist alles in Ordnung, wird von einem Näher oder einer Näherin der Verschluss noch genäht. Ist auch der Verschluss der Handschuhe in Ordnung, werden die Handschuhe noch dressiert, das heisst, sie werden in Form gebracht. Das schätzen viele Kunden, die sich dann über den perfekten Sitz der Handschuhe freuen. Ich meine, heute gibt es keinen Fabrikhersteller, der seine Handschuhe dressiert.

Trotz der günstigeren Produktionspreise in Fernostasien, ist „Contact Sport“ am Markt etabliert, können Sie uns erklären wie Sie dies geschafft haben?

Wir müssen auch in einem Niedriglohnland nähen. Sonst könnten wir die Preise nicht realisieren. Allerdings passiert die komplette Entwicklung von Handschuhen und Werkzeugen sowie die Steuerung bei uns in Deutschland. Die Handwerker in unserer Werkstatt wird von mir persönlich und zwei inzwischen lokal ausgebildeten Meistern geschult und ausgebildet. Nur so können wir das Handwerk überhaupt erhalten. Deshalb muss ich natürlich auch immer wieder dahin gehen. Die eigentliche Herstellung in Deutschland ist heute nicht mehr möglich. Das liegt an den hohen Sozialabgaben, den hohen Steuern und den hohen bürokratischen Auflagen. Deshalb muss man in Ländern produzieren, die eben preiswerter und weniger bürokratisch sind.

Aber wenn man die Menschen schult und dauerhaft beschäftigt, werden diese Mitarbeiter auch sehr routiniert und lernen das Handwerk von der Pike auf. Dadurch sind wir eben in der Lage sehr individuelle Handschuhe nach den Sonderwünschen einzelner Kunden zu machen. Das kann sein, dass jemand etwas besonderes möchte oder jemand braucht einen Werbehandschuh. Es gibt auch mal Torhüter, die haben Verletzungen am Finger und benötigen dann mehr Platz im Handschuh für eine Manschette oder so etwas. Dann machen wir Sonderhandschuhe, wo man die Finger abändert, so dass der Torhüter mit der Manschette in seinen Handschuh reinschlüpfen kann. Das ist bei uns alles unkompliziert möglich, weil die Gesellen ihr Handwerk verstehen.

Was für uns ganz wichtig ist: Unsere Gesellen werden nicht im Akkord bezahlt, wie es bei den Industrie-Herstellern üblich ist. Bei denen werden Wanderarbeit nach Stückzahl bezahlt. Das gibt es eben bei mir nicht. Meine Gesellen werden mit einem festen Gehalt bezahlt und sind fest angestellt, so dass sie ihre Familien ernähren können. Damit stehen unsere Gesellen alle hinter unseren Torwarthandschuhen und ich meine, sie leisten mehr und in höherer Qualität, als das die Wanderarbeiter der Industriefabriken tun.

Was dabei ganz, ganz wichtig ist: Auch unsere Näher sind Experten für das Nähen von Handschuhen. In den Industriefabriken nähen die Wanderarbeiter oft den einen Tag T-Shirts den nächsten Tag Hosen und dann auch mal Handschuhe. Das geht für uns natürlich nicht. Wenn man da immer die gleichen Leute hat und die haben Jahre lang Erfahrung, dann haben diese Leute den Handwerker-Stolz und können richtig gute Arbeit leisten.

Könnt Ihr unseren Lesern ganz kurz erklären, was den Handschuh eines Handschuhmachers von einem einer (Massen-) Produktionsfirma unterscheidet?

Die Menschen machen den Unterschied. Meine Mitarbeiter sind gut ausgebildet und werden immer wieder von mir und meinen zwei Meistern geschult. Die müssen keine Angst haben, dass ihre Fabrik nächsten Monat nicht mehr da ist. Die wissen, wenn viel Arbeit ist, müssen wir früher kommen und länger bleiben. Wenn wenig ist, ist für unsere Familie auch gesorgt.

In der Industrieherstellung werden Sub-Auftragnehmer gesucht. Der, der am billigsten ist, bekommt den Zuschlag. Damit wechselt ständig das Personal und die Leute, die das dann machen, haben erstmal gar keine Beziehung zu dem Produkt. Dann kennen die auch nicht den Entstehungsverlauf des Produkt, sondern wissen nur ihren eigenen Arbeitsschritt. Die haben keinen Einblick in den Prozess und haben auch keinen Werkstolz.

Heiko Rapp - Contact Sport

Ein Handschuhmacher, der sein Handwerk gelernt hat und sein Produkt von Anfang bis zum Schluss begleitet, weiss was er macht und was bei der Herstellung alles schief gehen kann. In so einem Paar Torwarthandschuhe werden 40 Meter Garn vernäht. Auf 40 Meter hat man schon viele Möglichkeiten etwas falsch zu machen. Das weiß ein Handschuhmacher. Und der ist dann natürlich stolz, wenn er ein fehlerfreies Produkt gemacht hat, mit dem ein Torwart zufrieden ist. Die Mitarbeiter freuen sich immer wieder, wenn sie die Bilder von Torwarten mit ihren Handschuhen sehen. Das macht die genau so stolz wie mich. Und das ist der wesentliche Unterschied.

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Wie seht Ihr generell die Entwicklung, Torwarthandschuhe in Fernost produzieren zu lassen?

Heutzutage werden natürlich sehr viele Konsumgüter einfach möglichst billig gemacht. Da stellt sich nicht die Frage, ob man das kritisch sieht oder nicht. Das ist einfach der Lauf der Zeit. Die Industriehersteller und Kapitalmarkt-getrieben Unternehmen brauchen hohe Gewinne und ziehen immer wieder weiter, weil die Löhne in den Regionen teurer werden. Die ziehen dann in andere Regionen oder andere Länder. Dies sind jetzt noch Länder in Asien. In Zukunft wird das Afrika sein – je nachdem, wo es noch nicht ganz so teuer ist, um ihre Kosten niedrig zu halten. Gleichzeitig versucht man in der westlichen Welt die Preise immer weiter zu steigern um die Gewinne zu maximieren.

Das ist natürlich ein Problem, weil dann entsprechend immer neues Personal kommt und die Wissen über den Entstehungsprozess gar nichts. Die haben auch keine Fehler in der Vergangenheit gemacht, aus denen die was lernen konnten. Von daher kann man wohl nichts dagegen machen. Das ist eben Gewinnmaximierung.

Wir machen den Wanderzirkus nicht mit. Mein Standort der bleibt, solange ich nicht davon arm werde. Qualität ist das Wichtigste und dafür braucht man eben Leute mit Erfahrung und Bezug zum Produkt.

Aber nun zum Handschuh. Mit dem „Stealth NC“ und dem „Stealth All Black“ können aktuell zwei absolute Spitzenmodelle im Shop gekauft werden. Könnt Ihr uns sagen, was eure Handschuhe so besonders macht?

Die Frage müsste man eigentlich den Torhütern stellen, die diese Handschuhe spielen. Wir bekommen viele Anrufe, WhatsApp- und Facebook-Nachrichten, wo die Leute hell auf begeistert von den Handschuhen sind.

Für mich ist das der perfekte Handschuh für den Torwart. Da steckt unser Know how drinnen. Wir verarbeiten dafür nur die technologisch führenden Materialien, die auf dem Markt verfügbar sind. Wobei natürlich alle anderen Hersteller diese Materialien auch kaufen können. Das machen einige ja auch und geben denen dann eigene Bezeichnungen. Uns unterscheidet die Erfahrung und der Werkstolz der Handschuhmacher, die das Produkt machen.

Contact - Stealth NC

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Trotz vieler neuer Technologien und Schnitte, wirkt euer Spitzenmodell eher klassisch und weniger modern. Wie begründet Ihr den Schritt zum Negativ Cut mit Latexaußenhand und Latexbandage?

Der Torwarthandschuh ist ein Werkzeug für den Torwart. Es geht darum, dass der Torwart seinen Job im Tor richtig machen kann. Der negativ Cut hat den Vorteil, dass der Handschuh eng an der Hand sitzt und somit ein gutes Ballgefühl vermittelt.

Die Latex-Bandage verlängert die Innenhand, so dass der Ball bei Abwürfen nicht aus der Hand rutscht. Das ist vor allem für Torwarte mit kleinen Händen wichtig.

Die Latex-Außenhand braucht der Torwart zum Fausten. Dazu wird im Moment zwar gerade von einigen Großen versucht, eine billige Oberhand im Markt zu etablieren. Was das dem Torwart helfen soll, erkenne ich im Moment nicht. Ich sehe nur, dass damit die Handschuhe billiger gemacht werden, weil diese Materialien auch in Garten- und Arbeitshandschuhen verwendet werden.

Wenn ich mit irgendwelchen Gummi-Applikationen auf der Oberhand den Ball fauste, ist die Bewegung des Ball nicht vorhersehbar. Außerdem ist das Fausten von extrem schnellen Bällen schmerzhaft. Das versucht der Torhüter nach einigen Versuchen zu vermeiden. Das heißt, diese Werkzeuge machen die Profis schlechter.

Ich stelle fest, dass es einige Keeper gab, die das probiert haben und dann wieder zum klassischen Latex zurück gekehrt sind. Ich habe mich dazu auch mal mit zwei Torhütern unterhalten, warum die den Handschuh spielen. Die meinten beide, dass der Handschuh besser sitzt. Das ist aber kein Kriterium. Die haben vorher noch nie einen passenden Handschuh gespielt.

Ich jedenfalls rate meinen Torhütern von diesen Handschuhen ab. Es gab auch Fragen danach. Angefertigt haben wir diese Handschuhe aber noch nicht, weil zu guter letzt die Torwarte doch den klassischen Handschuh wählen.

Viele User sprechen in Verbindung mit „Contact Sport“ von einer sehr langen Haltbarkeit der Handschuhe. Wie steht Ihr zu dieser Aussage und wie schafft Ihr es diesen Eindruck zu erwecken?

Dazu muss ich sagen: Ein Profi-Handschuh wird nicht zu Profihandschuh, weil ein Profi den Handschuh oder einen ähnlich aussehenden anzieht. Ein Profihandschuh ist ein Werkzeug, das gut genug für die Arbeit eines Profis ist. 

Ein Beispiel: Wenn ich mir eine Bohrmaschine kaufe, um ein Regal aufzubauen, dann reicht mir eine Bohrmaschine aus dem Discounter. Ich benutze die Bohrmaschine 4 oder 5 mal in 3 Jahren. Wenn sie dann kaputt ist, ist das kein Problem. Wenn ein Handwerker, der jeden Tag 100 Löcher bohren muss, eine Bohrmaschine vom Discounter kauft, verbraucht er 2 oder 3 Bohrmaschinen am Tag. Das hilft dem nicht. Der braucht ein Profiwerkzeug. Und eine wesentliche Eigenschaft von Profiwerkzeug ist, das behält seine Produkteigenschaften über lange Zeit.

Das ist beim Torwart genau so. Wenn ich 3 mal im Jahr im Tor stehe und eigentlich auch nicht Fangen und Fausten kann, dann tut es auch ein Gartenhandschuh aus dem Baumarkt. Wenn ich aber 3 bis 4 mal die Woche Training habe und dann Punkt- und Pokal-Spiele spiele, bei denen das Ergebnis zählt, dann darf sich die Eigenschaft des Handschuhs nicht ändern. Der Job im Tor ist schwer genug. Auf dem Mann im Tor liegt das Vertrauen der Mannschaft. Der muss sicher sein. Das heißt, der muss die Bälle sicher haben und sicher klären. Die Abwürfe müssen punktgenau kommen. Da muss das Werkzeug Handschuh immer das gleiche Gefühl vermitteln. Das Spielverhalten darf sich nicht ändern. Das ist ganz entscheidend für einen Profi-Handschuh.

Erst am Sonntag war ich auf einem Torwartcamp. Da ist mir ein junger Mann aufgefallen, der den Stealth NC gespielt hat. Dann war eine Pause und da bin ich zu dem hin und habe ihn gefragt, ob ich mir den Handschuh mal ansehen kann. Der war schon deutlich gebraucht. Da habe ihn gefragt, wann er den gekauft hat. Er sagte dann, so genau weiß er das gar nicht aber das ist bestimmt schon ein Jahr her. Dann frage ich ihn, wie oft trägt er denn den Handschuh so. – Ja er trainiert 4 mal die Woche und spielt am Wochenende.  – Ja hat er denn keinen anderen Handschuh noch als zweiten, wo er im Einsatz hat? – Meint er, er hat nur diesen einen da. Mit dem trainiert er und spielt er die ganze Zeit. Also wenn ich so etwas dann sehe nach einem Jahr und der wird immer noch getragen, dann würd ich sagen, dann habe ich alles richtig gemacht.

Wem empfehlt Ihr „Contact Sport“ Torwarthandschuhe?

Wem würde ich die Handschuhe nicht empfehlen? Nicht empfehlen würde ich sie allen, die keinen Wert auf Torwarttechnik legen oder die ohne Ergebnisdruck zum Spaß im Tor spielen. Die brauchen eigentlich keine Torwarthandschuh. Umgekehrt denke ich, sind meine Handschuhe etwas für jeden, der Wert auf Torwarttechnik legt, unter Ergebnisdruck im Tor spielt und jeden, der keinen teuren Markenbotschafter für seine Produktentscheidung braucht.

Wie versucht Ihr Torhüter von euren Handschuhen zu überzeugen?

Eigentlich gar nicht. Jeder kann es selbst probieren und sich selbst überzeugen. Wir geben unser Bestes, aber entscheiden tun die Torhüter. Ich glaube, Qualität setzt sich durch. Das zeigen auch die Wiederverkäufe. Wer einmal mit Contact Sport angefangen hat, bleibt dabei. Die Leute kaufen dann immer wieder die Handschuhe. Ich nehme an, die kaufen immer wieder, weil sie zufrieden waren.

Stealth NC - Contact Sport

Gibt es aktuell Profi-(Kooperationspartner), welche eure Handschuhe tragen?

Jeder, der meine Handschuhe möchte, muss sie kaufen. Da gibt es keine Ausnahme. Nur wer Geld dafür ausgibt, will die Handschuhe wirklich. Für den hochklassigen Bereich haben wir da eine Ausrüstervereinbarung, die den Profis etwas Rabat gewährt. Das gleiche Angebot gibt es aber auch für Vereine, so dass Kreisliga-Torhüter bei uns nicht schlechter gestellt sind als Profis. Deshalb gilt: Egal wer. Jeder hat den gleichen Zugang zu meinen Handschuhen.

Und auch das ist mir wichtig: Wir geben nicht unser Bestes dafür, dass jemand dazu gezwungen wird, meine Handschuhe zu spielen. Ich gebe doch kein Geld für einen Profi aus, der genug Geld verdient. Da stecke ich das Geld lieber in die Verbesserung von Kinderhandschuhen. Bei den Kindern kommt es dann an und nicht alle Eltern können viel Geld für Torwarthandschuhe ausgeben.

Also sage ich es mal so, wie ein Profi es zu mir sagte: „Ich bekomme Geld für semi-professionell oder zahle Geld für professionell.“

Heiko Rapp

Die Verhandlungen der Vereine mit den Ausrüstern für die nächste Saison laufen noch. Diverse Sportartikelhersteller zwingen die Profis jetzt noch mit viel Geld, ihre Produkte zu benutzen. Wenn die Verhandlungen für die neue Saison durch sind, werden sich die Profis, die sich nicht mit Geld haben zwingen lassen und wo es nicht in den Vereinsvereinbarungen steht, sich entscheiden. Deshalb können wir in dieser Phase nichts über Kooperationen mit Profis sagen. Ich denke, da wird es wieder einige geben. Werben muss ich aber mit denen nicht. Wir kommen zum Saisonstart auch jetzt mit dem Handschuh-machen nicht hinterher.

Für viele Torhüter wird der Handschuh immer mehr zum Statement-Accessoire. Könnt Ihr uns in einem Satz sagen was Handschuhe für euch sind?

Contact Sport

Für mich sind Handschuhe das Werkzeug des Torhüters um seine Arbeit besser zu machen. Dabei geht es wie beim Profi-Handwerker auch um gutes Werkzeug mit dem der Torhüter die optimale Qualität abliefern kann.

Zu guter letzt wollen wir mit euch noch über die Verwendung von Kinderhandschuhen sprechen. Denn wir sind immer wieder erschüttert, wenn Kinder mit den „Gartenhandschuhen“ aus einem Discounter im Tor stehen. Wie seht Ihr diesen Punkt?

Ja. Kinderhandschuhe sind bei mir auch ein sehr großes Thema. Weil Kinderhandschuhe, sind die Handschuhe mit denen die Jungs und Mädchen im Tor die Basics erlernen. Hier lernen die: Wie fange ich den Ball? Wie fauste ich den Ball? Wie werfe ich den Ball? Also die ganzen grundlegenden Torwarttechniken. Später wird die Technik immer verfeinert. Aber die Basis wird bei den Kindern gelegt. Aus dem Grund sind Kinderhandschuhe vom Aufbau her genau gleich, wie die Erwachsenenhandschuhe. Und die Materialien sind entsprechend den Ansprüchen des Lernens für die Kinder eingesetzt. Das sind keine top-aktuelle Materialien. Aber die sind qualitativ hochwertig und müssen sehr robust sein. Bei den Kinderhandschuhen ist das wichtig, dass die Handschuhe kompakt an der Hand sitzen und fest sitzen. Guter Sitz geht nur mit der richtigen Größe. Deshalb lege ich da großen Wert drauf, dass die Handschuhe auch in halben Größen verfügbar sind.

Wenn man versucht einen Ball zu fangen, dann geht das ab einer gewissen Ball-Geschwindigkeit nur mit mit einer Dämpfung. Für die Kinder ist ein Ball, der von einem gleichaltrigen Kind geschossen wird, genau so schnell, wie ein 120 oder 140-km/h-Ball, der auf das Tor eines Profi-Torwarts zufliegt. Wenn der Torwart keine Dämpfung hätte, würde es sehr weh tun und er hätte keine Chance einen Ball zu fangen. Bei den Kindern ist das das Gleiche. Ein Ball mit 40km/h zu fangen, können viele Erwachsene nicht. Wenn ich keinen ordentlichen Belag habe, hat ein Kind keine Chance jemals eine ordentliche Torwarttechnik zu lernen. Deshalb ist mir besonders wichtig, dass die Kinderhandschuhe genau so aufgebaut sind, wie die Erwachsenenhandschuhe. Wir versuchen die Handschuhe dann super robust und sehr preiswert anzubieten.

In eurem Shop gibt es einige Modelle auch für Kinder, könnt Ihr uns sagen, warum die Kinder „Contact“ Torwarthandschuhe tragen sollten?

Ja. Wir machen zwei Modelle für Kinder. Das Basis-Modell ist der Viper Junior. Das hochwertigere Modell ist der Interceptor Junior. Um Torwarttechnik zu lernen, brauchen Kinder einen preiswerten Handschuh, der genau so aufgebaut ist, wie ein Erwachsenenhandschuh. Anders lernen die das Fangen, Fausten, Werfen nicht. Für den Einstieg zum Lernen gibt es den Viper Junior. Wenn die Kleinen dann professioneller spielen bieten wir den Interceptor Junior an. Der wird aber auch gerne von Torfrauen gekauft, die bis etwa zur Oberliga spielen, weil diese oft kleinere Hände als Männer haben.

Könnt Ihr unseren Torwart-Mamas und Papas kurz nahelegen, warum ein guter Handschuh nicht zu teuer sein soll?

Prinzipiell kann ja jeder sein Geld ausgeben, wofür er möchte. Ich denke aber, dass gut eben nicht teuer heißt. Billig heißt aber trotzdem oft schlecht. Wichtig bei Handschuh ist das Material für die Kinder. Ich kenne jetzt den Markt nicht wirklich. Mir sagen Eltern nur immer wieder, dass es keine vernünftigen Torwarthandschuhe außer meinen für Kinder gibt. Die Handschuhe müssen mindestens mal einen weichen, dämpfenden Haftbelag auf der Innenhand haben. Die Handschuhe sollen gut und nicht lose um die Hand sitzen. Die Handschuhe brauchen einen Verschluss, den die Kinder selbst öffnen und schliessen können. Es ist nicht gut, wenn der Trainer die Handschuhe ausziehen muss, weil das Kind auf Toilette muss.

Wer auf das Geld schauen und dabei auch Qualität für sein Kind will, sollte auf keinen Fall nach den teuren Werbeträgern schauen. Die Werbebotschafter müssen bezahlt werden. Dafür wird das Produkt teuer gemacht und bei der Qualität gespart. Ich bin sowie so dagegen Profis zu sponsoren.

Kinderhandschuhe sollten möglichst lange halten und die Eltern sollten den Kindern erklären, dass die Handschuhe für Spiel und Training nass sein müssen.

Ich denke, dass wir bei Contact Sport wirklich familienfreundliche Kinder-Handschuhe haben. Der Preis ist gut. Die Haltbarkeit ist gut. Die guten Lerneigenschaften werden mir immer wieder von Torwarttrainern bestätigt. Wenn also mein Kind die Torwarttechnik richtig erlernt, sind 29,95€ für ein Paar Kindertorwarthandschuhe nicht zu viel. Mit einer Ausrüstervereinbarung mit dem Verein sind die sogar noch preiswerter. Wer die kauft und dann noch zu viel Geld hat, kann das auch der Jugendkasse im Verein seines Kindes spenden.

Was hältst du von der Idee des Torwarthandschuh Tester?

Generell finde ich die Seite gut. Ich habe selbst auch schon einige Ideen aus den Testberichten gezogen. Wenn man selbst über seine Arbeit urteilen soll, ist das immer so eine Sache. Kein Mensch kann da objektiv sein. Das liegt in der Natur der Sache. Ein Torwarthandschuh Tester ist ein Unabhängiger, der allerdings auch aus seiner Sicht subjektiv die Handschuhe beurteilt. Ein Handschuhtest mit irgend ein Ergebnis ist für mich als Verbraucher nicht zwingend, das Urteil zu glauben und zu teilen. Es ist für mich die Sicht eines Unabhängigen mit seiner persönlichen Meinung. Das ist für viele Torhüter sicher hilfreich. Es ist also eine gute Sache, die ich sehr befürworte.

Vielen Dank für die genommene Zeit. Wir haben uns sehr über dieses Interview gefreut und wünschen allen Beteiligten viel Erfolg sowohl sportlich als auch im Business.

Vielen Dank. Es hat mich auch gefreut.


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