Torwarthandschuh Tester

Produkt Preview: Adidas Predator20

Warum wir diese Preview schreiben?

In letzter Zeit diskutierten wir mit Herstellern, Produzenten, Keepern aber auch Amateurtorhütern über die aktuelle Entwicklung auf dem Handschuhmarkt. Denn vielen von uns stößt ein aktueller neagtiv Trend gewaltig auf.

Habt Ihr (Leser / Torhüter) euch schon einmal Gedanken über die Latexdicke, die Obermaterialien eurer Torwarthandschuhe oder die gewählten Features gemacht oder glaubt Ihr den Angaben der Herstellern immer zu 100%? Wahrscheinlich eher nicht oder?

Ich persönlich mache mir seit einigen Jahren solche Gedanken, reflektiere mit Kollegen über Materialien, Schnittformen und Technologien und das aus einem ganz besonderen Grund. Denn seit einiger Zeit fällt uns Spezialisten auf, dass die Handschuhe einen negativen Trend verfolgen und diesen möchte ich euch in folgendem Beitrag am Beispiel des Adidas Predator20 Pro Hybrid erklären.

Für mich eine absolute Herzenssache – von Torhütern für Torhüter!


Adidas – Predator20 Pro Hybrid

Adidas - Predator20 Pro Hybrid

Der Hintergründe hinter dieser Preview:

Als noch junger Torhüter habe ich vor einigen Jahren außschließlich auf die Torwarthandschuhe von Adidas vertraut. Damals waren diese für mich ein Zeichen von Sicherheit, ein Statement Artikel aber auch ein gutes Hilfsmittel für meine fussballerische Entwicklung. Ich war der beste Kunde für Adidas und überzeugte auch meine Freunde die gleichen Handschuhe wie ich zu tragen.

Ich war Quasi ein richtiger „Adidasholic“. Ein absoluter Fan und Unterstützer des Unternehmens, was wahrscheinlich darin beründet war, das meine Vorbilder Oliver Kahn, Iker Casillias und später Manuel Neuer auch Adidas trugen bzw. tragen.

Leider aber hast sich diese Ansicht mit den Jahren deutlich verändert. Die gewonnen Informationen durch befreundete Hersteller und Keeper öffneten mir die Augen über die Produkte und Entwicklungen der big 5 Hersteller und somit auch meinem Liebling Adidas.

Aus diesen Grund möchte ich euch mit diesem Beitrag auch die Augen öffnen und euch einige wichtige Fakts über den neuen Adidas Predator20 erzählen.


Der Ersteindruck:

Nachdem ich den letzten Predator Pro für euch getestet hatte, war ich besonders gespannt, was sich Adidas einfallen lies. Was geändert wurde und welche neuen Trends vielleicht entstehen könnten.

Kurz darauf wurden auch schon die ersten Bilder des Predator20 auf Instagram geleaked und meine Vorfreude auf das neue Modell stieg. Kurz darauf folgte der offizielle Launch des neuen Predator20 aus dem Mutator Pack und ich schlug zu. Einige Wochen später (aufgrund von Lieferschwierigkeiten von Adidas) kam er dann an und was soll ich sagen? Dazu nun mehr.

Beim Auspacken fiel mir besonders das Design des Handschuhs auf. Durch die Noppen auf der Oberhand namens Demonskin, entsteht eine 3D Oberhand, welche dem Handschuh einen schönen Look verpasst. Doch nun möchte ich etwas genauer in die Analyse des Handschuhs gehen.


Die Schnittform:

Adidas - Predator20 Pro Hybrid

Bei der Analyse des Handschuhs fielen mir sofort die stark verdrehten Finger am linken Handschuh auf. Besonders am Zeige- und Ringfinger waren die Drehungen sehr stark, sodass man den Handschuh nicht einmal auf den Tisch legen konnte, ohne das er absteht. Durch diesen Effekt rieben die benannten Finger am Obermaterial und ich neigte dazu diese immer wieder zu richten.

Adidas - Predator20 Pro Hybrid

Am Zeigefinger entsteht diese Verdrehung höchst wahrscheinlich durch den Verzicht des Außenkeils, welcher dies wohl durch Entlastung des Obermaterials verhindern würde. Am Ringfinger wird dieser Effekt wohl durch schiefe Nähte abgebildet.

Auf jeden Fall muss ich bereits hier festhalten, dass diese Verarbeitung ein absolutes NoGo ist und in meinen Augen für einen Handschuh für ca. 120€ vollends inakzeptabel erscheint.


Die Nähte:

Adidas - Predator20 Pro Hybrid

Weiter geht es mit den Nähten der Finger, welche mich ebenfallst nicht zufrieden stimmten. Fransig, ungleichmäßig und bereits vor der Verwendung bereits offen verstärkten diese meinen Unmut gegenüber dem Handschuh.

Eigentlich muss man ja wohl von einem Weltkonzern, wie Adidas es ja nunmal ist ,erwarten können, das ihre Produkte eine strenge Qualitättskontrolle durchlaufen müssen. Scheint aber nicht so.

Adidas - Predator20 Pro Hybrid

Desweiteren fielen mir immer wieder Ausrutscher beim Nähen auf, sodass immer wieder der weiße Faden am Trägermaterial ersichtlich ist. In meinen Augen darf auch sowas der Qualitätskontrolle zu 100% nicht entgehen.

Adidas - Predator20 Pro Hybrid

Zudem wurde der Übergang von Trägermaterial (Knit) zum Latex zu steil am Handgelenk zusammen genäht. Dies fiel mir auf, denn durch den falschen Winkel ensteht eine Wöllbung am Handgelenk, welche mich beim tragen stört und immer zum richten und ziehen anregt.


Die Demonskins:

Adidas - Predator20 Pro Hybrid

Als nächstes schaute ich mir die neuen Demonskins an, dass wohl innovativste am Handschuh. Doch so innovativ sie auch sind, so miserabel sind sie auch verarbeitet, bereits beim Auspacken vielen mir viele eingerissenen Spitzen auf, welche mich total störten. Zudem fehlten vielen Noppen auch die Spitzen, obwohl ich die Handschuhe noch nie anhatte.

Adidas - Predator20 Pro Hybrid

Der Latex:

Adidas - Predator20 Pro Hybrid

Wich ich bereits beim Vorgänger Modell mit URG2.0 erwähnte, muss ich festhalten, dass der URG1.0 keine brauchbare Alternative für mich war, da diesem Latex vollkommen die Kompression fehlt und somit unbezahlbar schnell verschleißt.

Somit bestellte ich wie bereits zuvor, den Adidas Predator20 Hybrid mit URG2.0 denn dieser ist im Vergleich zum Top-Belag (laut Hersteller) in meinen Augen deutlich brauchbarer. Ähnlich scheinen es Kevin Trapp und Manuel Neuer auch sehen, da diese oftmals zum URG2.0 greifen.

Diesmal war mir aber neben der Performance des Latex besonders die Zusammensetzung und Auswahl des Belages wichtig, sowie die Dicke des Latex und dann kam der große Schock für mich.

Adidas - Predator20 Pro Hybrid

Adidas verbaut nämlich am neuen Spitzenmodell mit URG2.0 lediglich 2mm Latex Haftschaum (normalerweise sind min 3,5mm vernäht) mit ca. 5mm Unterfütterung, welche lediglich für die Dämpfung zuständig ist. Jedoch muss ich sagen das eine starke Unterfütterung nie so gut dämpft wie ein dicker Haftschaum, sonder lediglich dick wirkt. Als ich das sah war ich so enttäuscht das ich überlegte den Handschuh wegzuschmeißen, jedoch behielt ich ihn für einen späteren Torwarthandschuhtest am Ende doch!

Desweiteren fiel mir auf, dass nicht das Top-Latex Produkt des deutschen Herstellers verwendet wurde, sondern eine billigere Alternative. Was mich zu einem einschlägigen Fazit bringt.


Fazit:

Ich weiss nicht, welches Gefühl meinen Unmut über den neuen Predator20 Pro Hybrid am besten beschreibt? Traurig, enttäuscht oder Sauer? Ich denke es ist von jedem ein bisschen was.

Als langjähriger Adidasholic war ich sehr erfreut, freute mich wie damals als kleines Kind auf den neuen Handschuh und wurde mitten ins Gesicht geschlagen. 100% Unfair soll der Slogen sein? 100% Unzufrieden trifft es wohl eher.

Denn neben der miserablen Verarbeitung, fiel mir auch wieder deutlich auf, dass es meinem Lieblingssportartikelhersteller Adidas wohl auch die Liebe zum Torwartspiel verloren hat, denn es scheint so als ob die Marge die Qualität und Intensivität der Produktentwicklung deutlich beeinflusst und so ein möglichst billiger Handschuh mit hoher Marge entstehen soll.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum Keeper wie Manuel Neuer, Kevin Trapp oder Loris Karius immer wieder auf ältere Adidas Modelle zurückgreifen. Obwohl ich auch glaube das diese SMU’s mit deutlich besserer Qaulität bekommen.

Aus diesem Grund muss ich von einer Empfehlung zu diesem Handschuh absehen und euch eher meine Top 10 empfehlen.


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